Getrennt durch eine gemeinsame Sprache

  • Arbeiten Sie schon interkulturell?
  • Ihre Kollegen kommen aus aller Herren Länder?
  • Sie kommen gut miteinander aus und wünschen sich eine effektivere Zusammenarbeit?
  • Oder vielleicht wirken auch Ihre Kollegen aus dem nächsten Bundesland manchmal wie Fremde?

Ich kam ganz unverhofft zu einer meiner überraschendsten interkulturellen Erfahrungen als ich anfing, in einem Team mit 6 Deutschen und einer Iranerin zu arbeiten.  

Vermeintlich Herr (bzw. Frau) der in Nord Deutschland gängigen Sprache preschte ich in die Arbeit und plapperte drauf los. Sprach von „Stiegen“ und „dreiviertel vier“, „seckieren“ und „Gelsen“ und was man noch so in der Arbeit bespricht und, wie man hier so schön sagt, für den Klönschnack zu Mittag benötigt.

 

Ich hatte sogar dunkel in Erinnerung behalten, dass ein „Erdapfel“ hier eine „Kartoffel“ war und, dass eine „Marille“ auch eine „Aprikose“ genannt wurde.  Nichtsdestotrotz fand ich mich vor einer Riege verwirrter Gesichter, die Augenbrauen leicht hochgezogen, die fragenden Blicken auf mich gerichtet. Vor allem die Frage ob wir jetzt die Stiegen nehmen hat für allgemeine Verwirrung gesorgt.

 

„Was sind den Stiegen?“ und „Was willst Du nehmen?“. „Na, die Stiegen! Wie willst den sonst runter kommen?!“. Nach einem Moment der eigenartigen Stille, in dem alle überlegten, was ich wohl meinte, und ich mir das Gehirn zermarterte, was der hochdeutsche Ausdruck für eine bauliche Konstruktion war, die Menschen das Auf- und Absteigen zwischen Stockwerken ermöglicht, haben wir uns auf einer halbwegs ähnlichen Kommunkationsebene wieder getroffen. Und dann alle die Treppe genommen.

 

Mich hat diese Erfahrung nachhaltig beschäftigt. Ich konnte doch Deutsch! Auf jeden Fall die Version, mit der ich in Wien aufgewachsen war. Ich war zuversichtlich, vielleicht auch blauäugig, in unseren Umzug in das Nachbarland meiner Heimat aufgebrochen mit dem Gedanken  „Jetzt bin ich ja schon ein erfahrener Expat. Endlich etwas näher an die ursprüngliche Heimat ran (als England, aber davon ein ander Mal mehr), und die Sprache kann ich ja auch schon.“ Nur um rauszufinden, dass es da doch mehr Unterschiede gab, als ich vermutet hatte. Und da kommunizieren ohne Sprache keine Option war, und ich nicht weiter unverstanden bleiben wollte, entstand daraus das Ösi Wort der Woche“ in meinem Team.

 

Jede Woche hängte ich ein neues im österreichischen Raum gebräuchliches Wort an unsere Pinnwand, meine Kollegen posteten ihre vermuteten Bedeutungen und wir tauschten uns bis zur Auflösung darüber aus. Kurz nach dem ersten Runden, entdeckte unsere Chefin das Bord, und schimpfte mit meinen Kollegen, sie sollten sich doch benehmen, und nicht über mich lustig machen. Schnell klärte ich sie auf, dass die Idee von mir kam! Beruhigt warf sie einen Blick auf das Bord, grinste, gab ihren „Schmarrn“, wie wir in Wien sagen, zu dem aktuellen Wort ab  und zog von dannen.

 

Soviel zu einer meiner überraschendsten Erfahrungen als Expat und im interkulturellen Team.

 

Wenn Sie mehr erfahren wollen über

  • interkulturelle Zusammenarbeit,
  • die Stärkung von interkulturellem Bewusstsein
  • und der Möglichkeiten, Ihr interkulturelles Team effektiver arbeiten zu lassen
  • sowie wie Sie sich Unterstützung in der Vorbereitung Ihrer Entsendung holen können

 

bleiben Sie hier am Ball und folgen Sie meiner neuen Serie über interkulturelle Dimensionen, die demnächst anfängt! 

 

Bis bald, 

 

Cary Langer-Donohoe 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0