Die Erlaubnisfrage - was dürfen Sie zu Weihnachten?

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„The question is not who is going to let me; it’s who is going to stop me”, 

Ayn Rand, Russian-American novelist

 

Was erlauben Sie sich zu den Feiertagen?

 

Wie weit dürfen Sie gehen?

 

 

Auch das ist zum Teil eine Frage der kulturellen Prägung. Und welch bessere Zeit sich mit dem Thema Genuss zu beschäftigen als die Feiertage, eine Chance, Zeit mit der Familie zu verbringen, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, vielleicht die eine oder andere Leckerei zu essen, die man sich sonst vorenthalten hat? 

Ich erlaube mir gleich nach Weihnachten weniger ins Fitnessstudio zu gehen.

 

Weil ich nichts mehr hasse als Kurse, die so voll sind, dass ich beim Yoga die Krähe nicht üben kann ohne gefühlt schon auf dem Schoss meiner Nachbarin zu sitzen oder den Allerwertesten des Teilnehmers vor mir genau vor meiner Nase zu haben.

 

Die Feiertage sind für mich und meine kleine Familie eine Zeit der Ruhe, des Beisammenseins, des Genusses.

 

 

Genau darum geht es bei der Hofstede’schen Dimension der Genussorientierung (oder Nachgiebigkeit und Beherrschung, die genaue Übersetzung vom englischen indulgence versus restraint). Die neueste der insgesamt 6 Dimensionen basiert auf der Weiterführung von Geert Hofstedes Arbeit durch Michael Minkov; sie ist dadurch noch etwas umstritten, beinhaltet aber meiner Meinung nach nichtsdestotrotz einige interessante Punkte, von denen interkulturelle Zusammenarbeit profitiert.

 

Grundlegend geht es darum, wie  gesellschaftlich akzeptabel es ist, dem subjektiven Wohlbefinden und eigenen Glück nachzugehen, sich selbst etwas zu erlauben, oder sich selbst einschränken zu wollen oder müssen auf Grund von gesellschaftlichen Normen.

 

Kulturen mit hoher Genussorientierung sind gekennzeichnet durch:

  • Eine optimistische Grundeinstellung. 
  • Der Erwartung, dass man beim Kontakt mit anderen Menschen lächelt.  

  • Dem Glauben, dass man sein eigenes Leben gestalten und kontrollieren kann.

  • Einem hohen Prozentsatz an Menschen, die sich gesund fühlen.

  • Höhere Geburtenraten, in den wohlhabenderen Staaten.

  • Die Tatsache, dass der Erhalt von Ordnung mit niedrigerer Priorität verfolgt wird.

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Kulturen, in denen Selbstbeherrschung als Wert hochgehalten wird, sind gekennzeichnet von:

  • Einer pessimistischen Grundeinstellung.

  • Verbreitetem Zynismus.

  • Verhaltenen Reaktionen, wenn Menschen von Fremden angelächelt werden.

  • Dem Glauben, dass einem das Leben passiert, und man wenig dagegen tun kann.

  • Der Wichtigkeit von Sparsamkeit.

  • Einer niedrigeren Geburtenrate, in wohlhabenderen Ländern.

  • Der Tatsache, dass der Erhalte von Ordnung mit hoher Priorität verfolgt wird. 

Dies ließ sich besonders gut verfolgen, wie McDonald's in Russland Fuss fassen wollte, und den hiesigen Mitarbeitern das mitgegeben wurde, was auch in den USA zum Erfolg beigetragen hat: das Lächeln der Mitarbeiter bei dern Ankunft von Kunden am Tresen. Leider führte das in Russland vermehrt zur Verstörung der Kunden, die sich fragten, was die Mitarbeiter von ihnen wollten, und wieso sie von wildfremden Menschen angelächelt wurden, sodass McDonald's hier ihre Strategie anpassen musste, um am Markt zu bestehen. 

 

Wie immer gilt: „Bevor Sie diese Arznei nehmen, sprechen Sie…..“. Diese Handlungsrahmen sind als Referenzen gedacht, und werden nicht jede Situation genau vorhersagen können.

 

Deswegen finde ich es umso interessanter zu schauen, wo man selber zu einem Thema steht: 

  • Was erlaube ich mir denn?

  • Was erlaube ich anderen?

  • Wie beeinflusst das meine Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen? 

Mit diesem Wissen lässt es sich leichter auf andere Herangehensweisen einlassen.

 

 

Was immer Sie in den Feiertagen vorhaben, ob es Genuss oder Beherrschung, ich wünsche Ihnen weiter ‚good intercultural teamworking‘, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf ein neues in 2018!

 

Unter den Links finden Sie die vorhergehenden Artikel zu Individualismus und KollektivismusUnsicherheitsvermeidungMachtdistanzHofstedekulturelle Missverständnissen.

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