In Business Coach, Diversity, Kultur

sexismus systeme strukturen Hamburg bilingual Muttersprache native English und Deutsch Cary Langer-DonohoeTriggerwarnung: In diesem Beitrag geht es um Sexismus, wie ich ihn erlebt habe.

Dieser Beitrag entstand aus meiner großen Frustration über die aktuelle Debatte rund um sexuelle Belästigung, Sexismus und sexualisierte Gewalt.

Zudem ist Sexismus in all seinen Formen ein Thema, mit dem ich mich in meiner Arbeit als Business Coach und Trainerin regelmäßig bei meinen Kund*innen aller Geschlechter auseinandersetze.

In meinem nächsten Beitrag werde ich darüber berichten, wie ich mit Führungskräften und Organisationen zusammenarbeite, um Sexismus am Arbeitsplatz anzugehen.

Dies ist für alle Frauen, die keine Gelegenheit hatten, sich zu Wort zu melden, die nicht gehört wurden & werden, die zum Schweigen gebracht wurden & werden, die abgewiesen wurden & werden, usw.

Die Menschheit hat einen langen Weg zurückgelegt, und es bleibt noch viel zu tun.

Als ich in den 80er- und 90er-Jahren in Mitteleuropa aufwuchs, taten die Leute gerne so, als wäre Feminismus nicht mehr nötig. Naiv wie ich war, glaubte ich ihnen zunächst.

Ich hoffe, dass das Teilen einiger meiner persönlichen Erfahrungen dazu beiträgt, dass mehr Menschen über Gleichberechtigung für alle sprechen und entsprechend handeln. Ich nutze mein Privileg als weiße Frau nutzen, um darüber zu sprechen und zu schreiben.

Hier ist eine Liste einiger Fälle von Sexismus und sexueller Belästigung, die ich persönlich erlebt habe, sowohl am Arbeitsplatz als auch außerhalb. Ich schätze mich glücklich, dass dabei keine sexualisierte Gewalt im Spiel war.

Die Auflistung erfolgt in keiner bestimmten Reihenfolge.

  • Gegen Ende meines Studiums war ich mit einigen Kommilitonen tanzen. Irgendwann am Abend kam ein Kommilitone auf mich zu. Er legte seinen Arm um meine Schultern und raunte mir ins Ohr: „Komm schon, Cary, selbst du musst doch…“
  • Als ich eines Nachmittags auf den Bus wartete, fing eine Gruppe von 10- bis 12-jährigen Jungen an, um mich herumzuhängen und näher zu kommen. Dabei unterhielten und lachten sie laut untereinander. Ich war damals 18. Ich sprach Französisch, um sie loszuwerden, und täuschte ein Handygespräch vor, um etwas Abstand zu gewinnen.
  • Ich ging mit einem Kollegen die nächsten Arbeitsschritte durch, während wir in der Produktion auf einer Arbeitsplatform saßen. Er fing an, an seinem Ehering herumzuspielen, und sagte: „Wenn ich nur nicht verheiratet wäre …“. Zum Glück war er extern, bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt, und meine Geschäftsleitung kündigte seinen Vertrag innerhalb von zwei Wochen. Danach begleiteten mich Kollegen eine Woche lang in die Produktion.
  • Mit zehn hatte ich kurze Haare. Unser Nachbar, ein Mann in den Sechzigern, der keinen Hehl daraus machte, weiter Nazi-Ideologie zu unterstützen, sagte mir, ich sei ein Junge.
  • Als ich einem Mann, den ich bei der Arbeit noch nie zuvor gesehen hatte, die Hand gab, spürte ich, wie sich seine Finger in meiner Handfläche bewegten. Er tat dies, während er mir die Hand schüttelte, als wolle er mich kitzeln. Ich sagte nichts. Leider hatte ich kein Vertrauen in die Unparteilichkeit des Verfahrens, um dies innerhalb des Unternehmens fair zu regeln.

  • Als ich eine potenzielle Friseurin fragte, wie sie Frauen die Haare kurz schneide, sagte sie: „Na ja, alle Kurzhaarschnitte bei Frauen sehen doch ein bisschen maskulin aus, oder?“
  • Einer meiner männlichen Mitarbeiter war ziemlich bedürftig, was Zeit und Raum anging. Ich sagte ihm, dass ich seine Vorgesetzte sei, nicht seine Freundin. Danach schmollte er und sorgte für noch mehr Situationen, die meine Aufmerksamkeit erforderten.
  • Als junge Mutter, die andere Eltern traf, hörte ich auf, irgendjemandem zu erzählen, dass mein Partner die meisten Nachtschichten übernahm. Ihre Reaktionen gaben mir das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein.
  • Ich habe den Überblick verloren, wie oft ich die Straße entlangging und dabei gepfiffen, angepöbelt oder mit anderen, um Aufmerksamkeit buhlenden Geräuschen konfrontiert wurde. Besonders in den 80er- und 90er-Jahren von Männern, die viel, viel älter waren als ich und das Machtgefälle ausnutzten.
  • Wenn ich Leuten erzähle, dass ich nicht gerne beruflich reise und versuche, es auf ein Minimum zu beschränken, lautet die erste Reaktion meist: „Na ja, ich schätze, deine Kinder sind noch klein.“ Ich frage mich, was sie sagen würden, wenn meine Kinder erwachsen wären?
  • Ich war gerade dabei, das Land zu verlassen, um in Großbritannien zu studieren. Meine Großtante, die in Großbritannien Krankenpflege studiert hatte, sagte: „Na ja, mal sehen, ob du nicht in ein paar Monaten wieder zurück bist.“
  • Während ich in meinem Büro arbeitete, konnte ich meine Kollegen, allesamt Männer, die etwa zehn Jahre älter waren als ich, draußen kichern hören. Sie lachten über meinen Titel, der an der Bürotür stand. Als sie die Tür öffneten, standen sie mit offenem Mund da.
  • Als ich kurz davor war, zum Studium der Luft- und Raumfahrttechnik aufzubrechen, meinte mein Mathematiklehrer: „Aber du bist doch so ein Sprachtalent.“ Ich war eine der beiden besten Schülerinnen in der Klasse. Die weibliche.

  • Ich saß an einem Schreibtisch im Student*innenwohnheim mit einem Kollegen, den ich um Hilfe gebeten hatte. Er sah mir in die Augen und sagte: „Deshalb bin ich ein besserer Ingenieur als du.“ Anscheinend bezog er sich darauf, dass an meiner weiterführenden Schule keine technische Mathematik unterrichtet worden war.
  • Während ich meine Zertifizierungen absolvierte und hochschwanger war, nahm mich einer der Lehrassistenten beiseite. Er sagte mir, wie sehr er mich mochte. Und fügte hinzu: „Ich weiß, dass du verheiratet und glücklich bist, aber ich musste es dir einfach sagen.“
  • Eines Abends an der Universität war ich Salsa tanzen, was ich sehr liebe. Einer meiner Kommilitonen war auch dort. Nachdem ich einen Tanz beendet hatte und eine Pause machte, sagte er: „Das war ein sehr enger Tanz. Ich bin überrascht, dass du das gemacht hast. Ich fand das unangemessen.“

Ich könnte noch weitermachen, aber ich brauche eine Pause davon, mich auf diese Vorfälle zu konzentrieren.

In Solidarität mit Collien Fernandes, Gisele Pelicot, allen Opfern von Epstein und allen anderen weiblichen sowie als weiblich wahrgenommenen Opfern von Sexismus, sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt.

  • About to leave to study aerospace engineering, my maths teacher commented: ‚But you’re such a language person.‘ I was one of the two top students in class. The female one.

  • I was sitting at a desk in student halls with a colleague whom I had asked for help. He looked me in the eye and said: ‚This is why I am a better engineer than you.‘. Apparently he was referring to the fact that my secondary school had not taught engineering maths.
  • While I was doing my certifications and heavily pregnant, one of the teaching assistants took me aside. He told me how much he liked me. Adding „I know you are married and happy, but I just had to tell you.“
  • One evening at university, I was out salsa dancing, something I love. Once of my degree course colleagues was there. After I was done with a dance and was taking a break he said: ‚That was a very close dance. I am surprised you did that. I found that inappropriate.‘

I could go on, but I need a break from focussing on these occurrences.

In solidarity with Collien Fernandes, Gisele Pelicot, all Epstein victims, and all other female and presenting as female victims of sexism, sexual harrassment and sexualised violence.

Contact us

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you asap.

Nicht lesbar? Text ändern. captcha txt

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen

authentic leaderhship Business coach and trainer Hamburg bilingual native English and German Cary Langer-Donohoe