Fragen Sie sich, warum es sich lohnen könnte, als Führungskraft Ihr authentisches Selbst zu zeigen? Lohnt sich das überhaupt? Oder sind Sie besser beraten, den „mentalen Anzug“ anzuziehen, den man mir Anfang der 2000er Jahre als Führungskraft empfohlen hat? (Bitte tun Sie das nicht.)
Es versteht sich von selbst, ist aber trotzdem erwähnenswert: Ich habe diesen imaginären Anzug nicht getragen. Meine Teams empfanden mich als Führungskraft als ansprechbar, sowohl in stressigen Zeiten als auch sonst. Das war nicht immer einfach. Die Versuchungen und Empfehlungen, „eine fröhliche Miene aufzusetzen“, „sich ein dickeres Fell zuzulegen“ usw. waren groß. Und ich bin mir sicher, dass ich ihnen auch nachgegeben habe. Am effektivsten bin ich als Führungskraft, als Business-Coach und als Trainerin, wenn ich mein authentisches Selbst bin. Da bin ich für alle Fragen, die gestellt werden, für alle Herausforderungen, die sich stellen, da – mit meinem ganzen Selbst. Bedeutet das, dass ich alles tue, was meine Teams oder Kund*innen wollen? Natürlich nicht. Nur weil man da ist, heißt das nicht, dass man alles tut, worum man gebeten wird oder wozu man herausgefordert wird.
Schauen wir uns an, was authentische, wertebasierte Führung ist
Authentische Führung, wie sie von Walumbwa et al. (2008) beschrieben wird, zeichnet sich durch vier Schlüsselverhalten aus:
- Selbstbewusstsein,
- Transparenz in Beziehungen,
- Ausgewogenheit in der Entscheidungsfindung
- und einen verinnerlichten moralischen Kompass.
Die Kombination dieser vier Faktoren schafft einen Führungsstil, der konsistent, glaubwürdig und zutiefst einflussreich ist. Kombiniert man dies mit einer Führung, die auf den eigenen Grundwerten basiert, entsteht starke Bindung und Führung.
Wertorientierte Führung fügt eine wesentliche Dimension hinzu. Klar definierte Prinzipien, nicht kurzfristige Kennzahlen oder äußerer Druck, leiten Entscheidungen und Strategien. Für Führungskräfte in Unternehmens bedeutet dies, Kulturen aufzubauen, in denen Ethik und Ergebnisse nebeneinander bestehen und in denen langfristiger Ruf Vorrang vor Quartalsergebnissen hat. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber das ist etwas, von dem ich mir bei den großen Tech-Unternehmen dieser Welt mehr wünschen würde. Es ist definitiv etwas, worauf ich als Business Coach bei meinen Kund*innen achte. Und ich weiß, was meine Kund*innen bei der Auswahl von Arbeitsgeber*innen als besonders attraktiv empfinden.
Warum sich Authentizität auszahlt – der Business Case für Authentizität
Authentizität treibt Geschäftsergebnisse voran. Eine umfassende Metaanalyse von Hoch et al. (2018) ergab, dass authentische Führung stark mit dem Engagement, der Zufriedenheit und der Leistung von Mitarbeiter*innen korreliert. Menschen arbeiten besser, wenn sie ihren Führungskräften vertrauen. Und Authentizität gibt den Mitarbeitenden das, was sie als Grundlage für Vertrauen benötigen. In meiner Erfahrung als Business Coach stärkt sie zudem deren Loyalität.
Die Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000) erklärt aus wissenschaftlich psychologischer Perspektive, warum dies funktioniert. Mitarbeiter*innen blühen in Umgebungen auf, in denen Organisationen ihre Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit erfüllen. Authentische Führungskräfte unterstützen diese Bedürfnisse, indem sie transparent, fair und konsequent sind – Eigenschaften, die Ängste am Arbeitsplatz abbauen und die Zusammenarbeit fördern. Wenn Sie authentisch und auf der Grundlage Ihrer Werte führen, können Ihre Mitarbeiteenden Sie und Ihre Handlungen besser verstehen und einschätzen.
In einer Zeit, in der ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) Investitionsentscheidungen neu prägen, gelten Unternehmen unter der Führung von werteorientierten Führungskräften als glaubwürdiger, zukunftsorientierter und vertrauenswürdiger.
Wie man authentische Führung praktiziert
Authentizität ist nichts, was man entweder hat oder nicht hat – sie wird kultiviert. Hier sind drei Wege, wie Führungskräfte in Unternehmen und anderen Bereichen wertebasierte Führung praktizieren können:
- Kernwerte klären und kommunizieren: Machen Sie Werte sichtbar, nicht nur an den Wänden des Büros, sondern auch in der Entscheidungsfindung und im Teamgeschehen.
- Leben Sie Integrität und Transparenz vor: Wenn Führungskräfte zu ihren Entscheidungen stehen – auch zu den schwierigen –, schaffen sie psychologische Sicherheit und Loyalität.
- Richten Sie die Kultur am Unternehmenszweck aus: Schaffen Sie Systeme und Anreize, die die Mission und die Werte der Organisation stärken, nicht nur Leistung KPIs.
Bei der Umsetzung dieser drei Punkte kann eine Business Coach Sie gut unterstützen.
Gerade für Führungskräfte in großen Unternehmen ist authentische, wertebasierte Führung keine Soft Skill – sie ist ein Alleinstellungsmerkmal. Es ist entscheidend, um Ihre besten Mitarbeiter*innen zu halten.
Authentische Führung stärkt die Unternehmenskultur, verbessert den Ruf der Marke und steigert die Leistung auf eine Weise, wie es der traditionelle Führungsstil mit Befehl und Kontrolle nicht vermag.
In einer Geschäftswelt, die zunehmend von Vertrauen, Transparenz und Sinnhaftigkeit geprägt ist, ist authentische Führung entscheidend. Führung von innen heraus und nicht von oben ist das, wonach Ihre Teams und potenziellen Mitarbeitenden suchen. Möchten Sie wissen, wie ich Sie als Business Coach bei der Entwicklung Ihrer authentischen Führungskompetenzen unterstützen kann? Kontaktieren Sie mich!
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